Was für ein Kaffeetheater! (4:00)

Kaffeebecher sind im Fernsehen immer leer. Und ich sehe das immer! So wie letztens erst in der einen Folge von „New Girl“, als sie einen Coffee-to-go-Becher in die Hand gedrückt bekommt und ihn danach so auffällig in der Gegend herumschwenkt. Jeder normale Mensch hätte sich schon dreimal laut fluchend die Finger am heißen Kaffee verbrannt und sich danach nur noch in Zeitlupe fortbewegt, um nicht noch mehr zu verschütten. Sie aber gestikuliert weiter fröhlich vor sich hin, schaut mit dem Kaffee in der Hand sogar auf die Uhr, strickt, glaube ich, nebenbei einen Schal und macht fast eine komplizierte Bodenturnübung mit Salto und Flick-Flack. Sie hat unmöglich einen 500 Gramm schweren Kaffee, sondern nur den zehn Gramm schweren Pappbecher in der Hand. Das ist in Filmen und Fernsehserien immer so, mir schon vor Jahren aufgefallen und lässt mich seitdem nicht mehr los.

Wahlweise kommt auch die Version mit einer leeren Kaffeetasse zum Einsatz. Die ist noch bescheuerter, vor allem, wenn die Kamera von oben in die Tasse hineinfilmt und ich genau sehe, dass der Schauspieler gerade nichts anderes als Luft schlürft und herunterschluckt. Warum machen die das so, die Regisseure? Ist das Budget so knapp, dass es nicht für anständigen Kaffee in den Bechern reicht? Oder zumindest für Wasser, damit der Pappbecher wenigstens gefüllt ist und alle nötigen physikalischen Eigenschaften mitbringt? Ich hatte zwar nur eine vier in Physik, aber darauf lege ich Wert!

Was Filme und Serien angeht, freue ich mich außerdem immer über Auftritte von bekannten Schauspielern, wo ich sie nicht erwartet hätte. Letztens war da diese eine Folge der Serie „Immer wieder Jim“, die ich sehr gerne zum Einschlafen schaue. Mit dem Auftritt der Gastschauspielerin versetzte ich die Abteilung für unnützes Wissen in meinem Schädel sofort in Alarmbereitschaft. Zunächst wurde der Antrag „Die kenne ich doch irgendwo her“ eingereicht, gefolgt von dem Zusatz „Das ist doch, Moment, ich komme gleich drauf“. Die Abteilung ließ sich erst mit einem Blick in die Programminformationen zufrieden stellen: Tatsache, bei dem Gaststar handelte es sich um Linda Hamilton, die in den ersten beiden „Terminator“-Filmen die Rolle der Sarah Connor spielte. Der Antrag wurde gestempelt und abgeheftet und ich konnte zufrieden einschlafen.

Es geht auch anders herum. Vor kurzem lief im TV die Ur-Version von „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“ aus den 70ern. Im Vorspann wurde neben Walter Matthau auch ein gewisser Jerry Stiller genannt. Wer war das noch gleich…? Richtig! Der Vater von Ben Stiller, der zuletzt als Keller-Opa in „King of Queens“ Erfolge feierte. Auch der Schauspieler von Mr. Wilson, dem Nachbarn hinter dem Zaun aus „Hör‘ mal, wer da hämmert“, spielt in dem Pelham-Film mit. Den Namen habe ich vergessen, doch ich war fasziniert davon, den Mann auch mal ohne Zaunlatten vorm Gesicht zu sehen.

Toll ist natürlich auch „The Big Bang Theorie“, die Nerd-WG, in der schon unzählige Gaststars aus „Roseanne“, „Star Trek“ oder „Independence Day“ aufgetreten sind. Wenn die Serie irgendwann mal zu Ende geht, heiraten in der letzten Folge bestimmt Amy und Sheldon. Und als Amys Eltern treten dann Roseanne Arnold und Patrick Steward auf. Vielleicht auch Jane Goodall und Stephen Hawking. So etwas würde meine Abteilung sicherlich erfreuen.

In „The Big Bang Theorie“ ist der Einsatz des leeren Kaffeebechers außerdem auf das nächste Level gehoben worden. Hier wird verstärkt Tee aus leeren Tassen getrunken. Inklusive Teebeutel, der oben heraushängt. Obwohl wahrscheinlich nur eine Schnur, die den Teebeutel andeuten soll, von innen an den Becher geklebt wird. Ich sehe das immer. IMMER! Es ist ein Segen und ein Fluch.

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