Aua Nextop II (2:15)

(zum ersten Teil)

„Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen im Intercity der Deutschen Bahn auf dem Weg von Hamburg nach Frankfurt. Bitte beachten sie: Dies ist nicht der Regionalexpress nach Kopenhagen und das Niedersachsenticket hat hier auch keine Gültigkeit.

Wie wischju ä pläsänt Jörnie.

Zu ihrer Information: Wir haben aktuell eine Verspätung von 67 Minuten. Grund dafür ist eine Signalstörung, was in Wirklichkeit nichts anderes heißt, als dass in der Nachtschicht zwei Kollegen Sex auf der Schalttafel im Kontrollzentrum hatten und dabei so einiges durcheinander gebracht haben.

Die Verkehrsmeldungen: Aktuell kommt es im Durchgang in Wagen sechs zu Behinderungen, weil eine junge Studentin es nicht geschissen kriegt, ihren Kontrabass im Gepäckfach über sich zu verstauen. Bitte lassen sie im Stau eine Rettungsgasse frei, Hilfe ist unterwegs. Aufgrund dieser Störung wird sich auch die Kaffeeversorgung für die Wagen sieben bis elf bis auf unbestimmte Zeit verzögern.

Wer in Sachen aktuelle Charthits nicht auf dem Laufenden ist, der kann sich in Wagen acht in die Nähe der beiden jungen Mädchen mit den rosa Kopfhörern setzen. In der Reihe davor und dahinter sind sie an der Musik immer noch nah genug dran und können die einzelnen Titel gut mithören.

Sollte sich ein Techniker an Bord befinden, bitten wir ihn, sich ein paar Reihen weiter zu dem jungen Mann zu setzen, der offenbar Schwierigkeiten hat, sich einen neuen Klingelton auf dem Smartphone einzurichten. Hier ist schnelle Hilfe angebracht, denn das Gedudel stört jene Fahrgäste, welche die Musik der beiden Mädchen mit den Kopfhörern mithören wollen.

Eine ähnliche Geräuschkulisse erwartet sie in Wagen zwei. Dort sitzt ein Schnarcher vor einer Frau, die genüsslich Mohrrüben und Paprika knabbert. Für Unterhaltung sorgt hier eine Dame, die den ganzen Vormittag die Mailboxen ihrer Bekannten vollquatscht und sie alle 20 Minuten um Rückruf bittet.

Zum Schluss noch ein Warnhinweis: In Wagen zehn isst jemand einen Döner! Ich wiederhole: In Wagen zehn schiebt sich jemand gerade einen Döner mit alles, viel scharf und roter Soße rein. Geruchsempfindliche Personen sollten diesen Bereich meiden.

Aua nextop is Lüneburg, sänkju for tschusing Deutsche Bahn tudäi, täikär und guddbei.“

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10 Gedanken zu “Aua Nextop II (2:15)

  1. „sänkju for tschusing Deutsche Bahn tudäi, täikär und guddbei“ – Das ist echt Göttlich, ebenso natürlich der restliche Beitrag. Du siehst, ich les mich hier jetzt so durch. Das Schlagwort Frauen hat mich neugierig gemacht. Kennste eine, kennste alle ;-). Mit Frauen sollte ich meine Beiträge wohl auch mal taggen

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  2. Pingback: „Tofuhirn“ – Ich habe jetzt Hater (5:45) | Der neue Stefan

  3. Pingback: 2046 (4:00) | Der neue Stefan

  4. ganz fies, aber wahr (ist letzter woche meiner freundin pasiert):

    der mädelsausflug wurde vom herrn gatten in die ruhezone gebucht, weil er es gerne ruhig beim bahnfahren hat. IHN hat das gegacker ja dann auch nicht gestört. er hatte eine sturmfreie bude.

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