Endlich Corona!

Vor ein paar Jahren bin ich mal in Lloret de Mar in Spanien gewesen und dort während eines Ausflugs von einem Katamaran aus ins Meer gesprungen. Wir hatten Sonne pur und blauen Himmel bei 30 Grad – einen perfekten Sommertag also. Und einen perfekten Tag für einen Sprung ins Meer. Also fackelte ich nicht lange und hüpfte vom Rand des Katamarans aus drei Metern Höhe in das türkise Wasser des Mittelmeers. Als ich senkrecht eintauchte, schoss mir das Salzwasser in die Nase und gefühlt bis zum Stirnlappen. Nach dem Auftauchen hatte ich alle Hände voll zu tun, um die Salzrotze wieder loszuwerden. Den ganzen restlichen Tag kämpfte ich mit dem unangenehmen Gefühl, das diese Nasenspülung hinterließ.

Wie eine krasse Nasenspülung

Genau so fühlte sich Corona bei mir in der ersten Woche an. Also, nicht wie eine Katamaranfahrt, sondern wie die Folgen eines unbedachten Sprungs ins Wasser. Gut eine Woche lang hatte ich das Gefühl, als würde mir zwischen Luftröhre und Nebenhöhlen eine Ladung Wasser hin und her schwappen. Ich kämpfte mit wässrigem Schleim, der sich zwar gut löste, aber ständig wiederkehrte. So wie in den ersten Momenten damals nach dem Auftauchen aus dem Meer. Ein bisschen Sommer-Feeling, aber eher unschön.

Im ersten Moment nach meinem positiven Corona-Schnelltest hatte ich seltsamerweise so etwas wie Erleichterung verspürt. Eine Woche lang hatte ich mich jeden Tag testen lassen, nachdem sich meine Familie bereits mit dem Virus herumärgern musste. Eine Woche lang hatte ich jeden Tag am Testzentrum gestanden und mich so gründlich testen lassen, wie es nur ging. Immer, wenn das Teststäbchen meine Nase verlassen hatte, musste ich mich abwenden, um den Nieser des Jahrhunderts loszuwerden. Die weiteren Worte der Mitarbeiterin bekam ich nicht mehr mit. Und dann war ich endlich positiv. Endlich hatte ich Gewissheit, konnte die nervige Testerei sein lassen und die weiteren Schritte einleiten. Arztbesuch, Krankschreibung, Sofa. Glücklicherweise hatte meine restliche Familie ihre Infektionen da bereits wieder überstanden. Bald würden wir alle damit durch sein. Arbeitsteilung ist alles.

Durchhalten war jetzt angesagt. Große Sorgen machte ich mir nicht. Ich war dreimal geimpft, beste Voraussetzungen also für einen milden Verlauf. Wie wird Corona nach einer Krebserkrankung verlaufen? Finden wir es heraus.

Teelöffel Pfeffer im Hals

In der zweiten Woche wechselte das Empfinden im Beatmungsapparat. Der wässrigen Verschleimung folgte ein ziemlich fieses Halskratzen. Rund um meinen Kehlkopf fühlte es sich an, als hätte ich mich morgens an einem Teelöffel purem Pfefferpulver verschluckt. Tagelang räusperte ich angestrengt vor mich hin. Manchmal auch nachts. Morgens nach dem Aufstehen war ich dann ziemlich lange damit beschäftigt, meine Atemwege frei zu bekommen, und das unter Zuhilfenahme einer nicht unerheblichen Anzahl von Taschentüchern und begleitet von einer Geräuschkulisse, wie ich sie vorher nur bei einem Kettenraucher jenseits von Gut und Böse vermutet hätte.

Dazu kamen Müdigkeit und Erschöpfung. Zwischenzeitlich war ich nach einmal Treppensteigen so fertig, dass ich mich erstmal setzen musste. Und Lachen war irgendwie auch nicht gut. Die viele freie Zeit nutzte ich, um mir die erste Staffel „LOL“ anzuschauen. Die war viel lustiger, als ich gedacht hatte und regelmäßig bekam ich vom Lachen einen Hustenanfall. Am nächsten Tag war der Hals dann komplett dicht. Traurig, wenn man nicht lachen darf. Aber das gehört ja auch zum Konzept dieses Comedy-Formats.

Befehl aus der Arztpraxis

In der dritten Woche wurde es dann langsam besser. Der Schnupfen verschwand und auch der fiese Geschmack im Hals ließ nach. Husten, Halskratzen und Räuspern blieben aber noch eine Weile. Glücklicherweise geriet ich dann an eine Ärztin, die mir sagte, dass sie mich wegen Husten nicht ewig krankschreiben könne. Sie signalisierte meinem Körper und mir also, dass es nach zweieinhalb Wochen langsam an der Zeit wäre, gesund zu werden. Anscheinend gab es da eine offizielle Mitteilung des Robert-Koch-Instituts, das die Dauer einer Corona-Erkrankung auf zwei Wochen beschränkte. War irgendwie an mir vorbeigegangen. Und während ich mich noch über diese merkwürdige Kommunikation wunderte, hielt sich mein Körper an diese Anweisung und stellte sich soweit wieder her, dass eine anständige Teilnahme am Alltag inklusive Arbeiten und Einkaufen wieder möglich wurde. God save the moderne Wissenschaft! Sarkasmus Ende.

Corona 2022. Ich war dabei. Interessante Erfahrung. Muss aber nicht nochmal sein. Trotz dreifacher Impfung war ich zweieinhalb Wochen außer Gefecht gesetzt. Passt bitte weiterhin auf euch auf und bleibt (oder werdet) gesund. Tragt bitte weiterhin Maske! Danke.

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