Road to Hana: Die schärfsten Kurven von Maui – mit Bildergalerie (8:00)

Das Abenteuer auf der hawaiianischen Insel Maui beginnt kurz hinter dem Flughafen Kahului. Zu Beginn zeigt sich die „Road to Hana“ noch zahm, wenn sie uns als Highway 36 in langen Geraden aus der Stadt herausführt. Ein erster Zwischenstopp lohnt sich bei Meile 9, dem „Hookipa Lookout“. Direkt an der Küste bietet sich ein toller Blick auf den Surferstrand und die grünen Gipfel der Insel. Ein unbefestigter Weg führt ans Wasser, wo schwarze Lavaklumpen einen optischen Kontrast zur sattgrünen Vegetation bilden.

Wir fahren weiter nach Osten und passieren den malerischen Ort Haiku. Kurz dahinter wird der Highway 36 zum Highway 360. Die Meilenzählung beginnt wieder bei Null und die Straße wird merklich kurviger. Die „Road to Hana“ hat offiziell begonnen. Sie orientiert sich nun stets an der Küstenlinie und führt uns durch dicht bewachsene, tropische Natur, vorbei an romantischen Wasserfällen, steilen Abhängen und Dschungelpflanzen.

Eine erste Verschnaufpause von diesen faszinierenden Eindrücken bietet sich bei Meilenstein Nummer 2. An der Straße befindet sich der Zugang zu den „Twin Falls“. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Auf dem riesigen Gelände der „Wailele Farm“ führt der Rundgang vorbei an gigantischen Bambusbüschen zu mehreren Wasserfällen. Über steile und unbefestigte Abstiege gelangen wir zu den dazugehörigen Lagunen. Viele Besucher bringen ihre Badekleidung mit und springen ins Wasser, was die Romantik dieser schönen Orte etwas stört. Entspannter lassen sich die Wasserfälle von etwas weiter oben bewundern.

Die „Road to Hana“ hat uns jetzt fest im Griff. Die wohl bekannteste Straße von Hawaii besteht eigentlich nur aus Windungen. An kaum einer Stelle ist es möglich, mehr als 100 Meter geradeaus zu fahren. Mit Schwung geht es um die Kurven. Manche vollziehen eine 180-Grad-Wendung. Bei Gegenverkehr ist Vorsicht geboten. Viel Platz gibt es nicht. Auf der rechten Seite schlagen Äste gegen den Rückspiegel, während links die Fahrzeuge vorbeirauschen. Die zahlreichen Brücken sind ausschließlich einspurig befahrbar. Eine Herausforderung, aber auch viel Spaß.

Kurz nach Meilenstein 10 lockt der „Garden of Eden“ zahlreiche Besucher an. Der imposante Park besteht nicht nur aus unzähligen tropischen Pflanzen wie dem Regenbogeneukalyptus, sondern ist auch Heimat von dutzenden Pfauen und Gänsen. Alan Bradbury und sein Team haben mit diesem botanischen Garten ein Meisterwerk geschaffen. Beim Rundgang über das Gelände, für den man sich mindestens eine Stunde Zeit lassen sollte, finden wir zahlreiche Aussichtspunkte mit einem atemberaubenden Blick auf Küste und Meer. Zu sehen ist zum Beispiel der „Keopuka Rock“, ein kleiner grüner Felsen vor der Küste, der als Drehort für den allerersten Teil der Filmreihe „Jurassic Park“ diente. Der sehr gepflegte und bunte Garten ist mit einem Café, einem Foodtruck, richtigen Toiletten und mehreren Picknickplätzen ausgestattet. Eine schönere Mittagspause kann man sich kaum vorstellen.

Weiter geht es nach Osten. Zwischen Meile 14 und 15 geht nach links eine Seitenstraße zur Halbinsel „Kaenae“ ab. Nach wenigen Minuten über eine unbefestigte Straße haben wir den gleichnamigen Ort und den dazugehörigen Strand erreicht. Die Halbinsel ist einst durch einen erkalteten Lavastrom entstanden. Als Zeugen dieses Ereignisses haben unzählige gezackte, tiefschwarze Brocken an der Küste und im Wasser die Zeit überdauert.

Zurück auf dem Highway nach Hana ist bei Meile 17 die offizielle Hälfte des Weges erreicht. Ein Besuch im „Halfway to Hana“ gehört zum Pflichtprogramm. Diese kleine Raststätte wird seit mehr als 35 Jahren von der Familie Chong geführt. Am Verkaufsstand werden Kaffee, kühle Drinks, Shave Ice und selbstgemachte Kuchen angeboten. Ein traditionelles „Hale“ aus Palmenblättern spendet Schatten bei der Kaffeepause im Freien.

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Die zweite Hälfte auf dem Weg nach Hana geht schneller vorüber als die erste. Zahlreiche Wasserfälle lenken jetzt den Blick auf sich und an mehreren Stellen lohnt sich ein Zwischenstopp am Straßenrand, um eben diese Naturschauspiele auf der einen oder die wunderschöne Küstenidylle auf der anderen Seite zu fotografieren.

Bei Meile 29 befindet sich der „Nahiku Market Place“, eine eher provisorisch anmutende Ladenzeile mit Café, Grill und Kunsthandwerk. Kurz danach beginnt bereits das Stadtgebiet von Hana. Die überraschend große Ortschaft begrüßt seine Besucher mit gepflegten Vorgärten und schicken Häusern. Hana verfügt über zahlreiche Ferienapartments und mehrere Luxushotels. Hier lassen sich entspannte Tage in Abgeschiedenheit verbringen.

Am Ortsausgang steht der 100 Jahre alte „Hasegawa General Store“, der offizielle Endpunkt der Straße nach Hana bei Meile 34. In diesem Laden kann man sich ein T-Shirt mit der Aufschrift „I survived the Road to Hana“ besorgen. Dazu kühle Getränke, Sandwiches und Eis und wer möchte auch Anglerbedarf und Dschungelmesser. Hier gibt es alles. Wir interessieren uns allerdings nur für Reiseproviant und treten bald darauf den Rückweg an.

Die Straße nach Hana als Tagesausflug zu absolvieren ist absolut machbar. Dafür sollte man in Kahului aber nicht später als 10 Uhr vormittags starten und Hana bis ca. 16 Uhr wieder verlassen haben. Der Highway durch den Dschungel ist unbeleuchtet und wer auf dem Rückweg weniger Zwischenstopps einplant, hat den Übergang zum Highway 36 wieder erreicht, bevor es dunkel wird. Neue Sehenswürdigkeiten gibt es sowieso nicht zu entdecken. Nur der Blickwinkel in die andere Richtung ist anders.

Irgendwann fängt es an zu regnen. Die Straße glänzt und in manchen Kurven unter dem dichten Blätterdach des Regenwaldes wird es stockdunkel. Auf der Gegenfahrbahn liegt plötzlich Geröll, das Ergebnis eines Erdrutsches. Der war auf dem Hinweg noch nicht da. Auch wird an vielen Stellen gebaut und die Straße verengt sich. In einer Kurve kommt uns ein Schulbus entgegen. An anderer Stelle werden wir von einem Pick-up mit einheimischen Jugendlichen überholt. Hier ist stets Vorsicht geboten. Doch zu Unfällen scheint es auf diesem Weg selten zu kommen, den sich Touristen und Einwohner gleichermaßen teilen müssen.

Mit Einbruch der Dämmerung ist Kahului wieder erreicht. Ein imposanter Tagesausflug auf Hawaii liegt hinter uns. Maui hat uns eine ihrer aufregendsten Seiten gezeigt.

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