Von Fleck zu Fleck: Meine erste Hautkrebsvorsorge

„Sie sind 41? Das sieht man Ihnen gar nicht an!“ Wenn man an der Rezeption des Hautarztes so freundlich begrüßt wird, kann der Rest des Besuchs ja nur gut werden, denke ich.

Zum Haut-Screening bin ich hier. Hautkrebsvorsorge. Zum ersten Mal überhaupt. Ich bin gespannt, wie das so wird.

Ins Wartezimmer muss ich erst gar nicht. Von einer Praxismitarbeiterin werde ich direkt ins nächste freie Sprechzimmer geführt. Ich soll mich bis auf die Unterhose ausziehen und anschließend auf die Ärztin warten. Ich werde allein gelassen.

Das Sprechzimmer ist gefüllt mit frischer kalter Luft. Ich schließe zunächst das Fenster und entkleide mich dann. Neben der Boxershorts behalte ich auch noch mein T-Shirt an. Wer weiß, wie lange ich warten muss.

Es dauert gut zehn Minuten, bis die Tür aufgeht und die Medizinerin zusammen mit einer Mitarbeiterin hereintritt. Kurze Begrüßung und Einführung, ein paar Fragen, dann geht es los. Ich ziehe mein T-Shirt aus und lege mich bäuchlings auf die Liege.

Mithilfe einer kleinen Lupe nimmt die Hautärztin jeden Zentimeter meines Körpers ins Visier. Ihr Blick ist geschult, die Bewegungen folgen einem festen Muster. Wir kommen ins Plaudern. Mein letzter Besuch in der Praxis sei fast schon zehn Jahre her, habe sie den Akten entnommen. Ach guck.

Nach wenigen Minuten drehe ich mich auf den Rücken. Wieder macht die Lupe die Runde. Und dann sei ich ja vor einiger Zeit bei „den Urologen“ gewesen, sagt sie.

„Urologen?“, frage ich und weiß nicht genau, woraus sie hinaus will.

Ich sei doch operiert worden, sagt sie. Ob denn alles gut verlaufen sei.

Sie will sich also nach meinem Peniskrebs erkundigen. Steht anscheinend auch in den Akten. Interessant. Es sei alles gut verlaufen, antworte ich.

„Organerhaltend?“, fragt sie.

„Ja, organerhaltend“, antworte ich.

„Ach, schön“. Sie lächelt.

Kurz und knapp. Das muss wohl reichen. Aber nett finde ich das. Mediziner aller Fachrichtungen interessieren sich für die Geschichte.

Zurück zur Haut. Ich zeige ihr ein paar Stellen, die ich abgeklärt haben möchte. Der Fleck auf dem Rücken, der Hubbel am Bein, das Muttermal im Schritt. Alles ok. Keine Auffälligkeiten.

Nach zehn Minuten ist die Untersuchung vorbei. Ärztin und Mitarbeiterin verabschieden sich und verlassen das Zimmer.

„Und nicht wieder zehn Jahre warten.“ Versprochen.

Ich ziehe mich wieder an und verlasse die Praxis. Das war ja ganz easy, denke ich. Irgendwie hatte ich mir das umfangreicher und länger vorgestellt. Aber letztendlich habe ich fast länger gewartet, als dann die Untersuchung eigentlich dauerte.

In zwei Jahren komme ich wieder. Mal sehen, ob ich mich bis dahin so jung halten kann.

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