#DerTodDerHashtags

Was habe ich mir früher für einen Stress mit Hashtags gemacht! Vor allem bei Instagram habe ich genau überlegt, welche Hashtags ich in meinen Posting-Text einfüge, um den Beitrag bestmöglich zu verbreiten. Listen mit den 30 besten Hashtags zu den Themen #running und #cancer habe ich mir angelegt und die passendsten je nach Bedarf herauskopiert. Die Suche nach den richtigen Hashtags war manchmal anstrengender als das Bild und der Text. Ich war jedes Mal erleichtert, wenn ich genug Hashtags zusammen hatte und auf „posten“ klicken konnte.

Hashtags als Suchfunktion

Hashtags habe ich vor allem bei Instagram genutzt. Bis vor kurzem konnte man bis zu 20 Stück in die Caption, also den Posting-Text, einfügen. Außerdem war es möglich, Hashtags zu folgen, sodass man in seinem Feed automatisch alle Beiträge zu diesem Hashtag angezeigt bekam, ohne dem dazugehörigen Profil folgen zu müssen. Hashtags waren auch eine Art Suchfunktion. Beim Klick auf einen Hashtag wurden einem sofort alle Beiträge zu diesem Stichwort angezeigt.

Kooperationen zu #Peniskrebs ermöglicht

Ich fand das alles immer sehr hilfreich, um meine Zielgruppe zu erreichen und mit Usern zu einem bestimmten Thema in Kontakt zu treten. Nach Laufwettkämpfen wie dem Hannover Marathon oder dem Celler Wasa-Lauf suchte ich nach den entsprechenden Hashtags, um die jüngsten Posts zu den Events zu finden und den dazugehörigen Profilen zu folgen. Außerdem war es interessant zu prüfen, wie viele Beiträge es zum Thema #Peniskrebs gab. Über diesen Hashtag sind ein paar langfristige Kooperationen zustande gekommen.

Hashtags verlieren an Bedeutung

Und jetzt? Mittlerweile ist alles anders. Hashtags haben massiv an Bedeutung verloren. Nach dem Ende von Twitter, der populärsten Plattform mit Interaktion über Hashtags, ist nichts mehr so wie es war. Bei Instagram sind jetzt nur noch fünf Hashtags pro Beitrag möglich. Bei TikTok ebenso. Bei Facebook sind sie weiterhin möglich, hatten aber auch vorher schon keine große Bedeutung. Bei LinkedIn werden sie auch noch genutzt, haben dort aber eher hervorhebenden Charakter.

Algorithmus analysiert Nutzerverhalten

Welche Bedeutung haben Hashtags heutzutage noch? An ihre Stelle ist mittlerweile der Algorithmus getreten, der das Nutzerverhalten automatisch analysiert und auf dieser Grundlage entscheidet, was den User interessieren könnte. Es ist nicht mehr wichtig, Profilen zu folgen oder gezielt auf die Suche nach Inhalten zu gehen. Das Anklicken von Posts, das liken und interagieren mit Beiträgen, ja selbst die Verweildauer beim Betrachten von Inhalten liefert dem Algorithmus genug Infos, um die Vorlieben der User herauszufinden.

Weniger Hirnschmalz als vorher

Ganz auf Hashtags verzichte ich dennoch nicht. Auch wenn ich nur noch fünf verwenden darf, denke ich, dass auch das hilfreich für den Algorithmus ist. Und als schmückendes Beiwerk beispielsweise bei Facebook nutze ich sie hin und wieder auch noch. Eigentlich ist es jetzt sogar entspannter als vorher. Die Beiträge werden schneller fertig, wenn man nicht mehr soviel Hirnschmalz in Hashtags stecken muss.

Bild: MART PRODUCTION / Pexels

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