Long Road to Gleitsichtbrille

Der Weg war lang, doch jetzt habe ich sie endlich: Meine erste Gleitsichtbrille. Um sie zu bekommen, musste ich Herausforderungen bewältigen, die ich nicht erwartet hatte. Nachdem mir im vergangenen Jahr aufgefallen war, dass meine Augen wieder schlechter wurden, wollte ich es mal richtig machen. Zuvor hatte ich meine Augen immer direkt beim Optiker ausmessen lassen. Da dieser beim letzten Mal bereits eine Empfehlung für eine Gleitsichtbrille aussprach, wollte ich es dieses Mal professioneller angehen und besuchte zunächst den Augenarzt.

Es war mein erster Augenarztbesuch seit 19 Jahren. Dass ich von dem Arzt dafür direkt angemault wurde, hatte ich letztens im Beitrag über meine Augenhintergrunduntersuchung schon erwähnt. Neben einem unauffälligen Untersuchungsbefund nahm ich wenig später auch meine aktuellen Augenwerte auf einem Rezept mit nach Hause. Mit diesem sollte ich beim Augenoptiker vorstellig werden.

Abgelaufenes Rezept verursacht Probleme

Den Besuch bei den Brillenhandwerkern zögerte ich ein paar Tage hinaus. Ich musste mich zunächst um andere Dinge wie das Lauftraining für meinen Traditionswettbewerb kümmern. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass Rezepte vom Arzt nicht unendlich gültig sind, ging ich schließlich zum Augenoptiker.

Bei meinem ersten Besuch stand ich vor verschlossenen Türen. „Montags geschlossen“ musste ich auf dem Schild lesen. Einen Tag später war zwar jemand da, doch mir wurde nahegelegt, vorher einen Termin zu vereinbaren. Beim Blick auf das Rezept sagte die Mitarbeitende: „Das passt. Das ist ja noch zwei Tage gültig.“

Besuch Nummer drei war dann der Beratungstermin. Ich wurde ausführlich untersucht, meine Augen bis ins kleinste Detail vermessen. Das Ergebnis war anders als das des Arztes. Dort hatte sich die Untersuchung aber auch etwas hastig angefühlt. Nun ja, ich verließ mich auf die neuen Werte und gab meine erste Gleitsichtbrille in Auftrag. Eine Bitte wurde noch an mich herangetragen: Da das Rezept nun wirklich abgelaufen war und sich auch die Werte verändert hatten, sollte ich mir beim Arzt eine neue Version ausstellen lassen. „Das sollte kein Problem sein.“ Ich war gespannt.

Arztpraxis mit einfacher Bitte überfordert

Der Angestellten beim Augenarzt reichte ich kurz darauf das alte Rezept und die neuen Werte auf einem Notizzettel über den Tresen. Nach gefühlt endlosen Minuten im Hinterzimmer kehrte sie zurück. Diesen „Schmierzettel“ würden sie hier nicht akzeptieren, da müsste etwas offizielles mit Stempel und Unterschrift her. Überhaupt sollte es kein Problem sein, dass der Optiker den Auftrag auch mit dem veralteten Dokument abrechnete. Danke für nichts, dachte ich und musste beim Verlassen der Praxis meine ganze Kraft aufwenden, um mein Bedürfnis, laut zu schreien, zu unterdrücken.

Besuch Nummer vier beim Optiker hatte kurz darauf dieses Vorkommnis zum Thema. Allgemeine Verwirrung machte sich breit, nachdem ich die Reaktion in der Arztpraxis geschildert hatte. Nach der Konsultation einer weiteren Kollegin tackerte die Mitarbeitende etwas in den Computer und kam zu dem Schluss, dass die Abrechnung auch mit dem veralteten Rezept möglich war. Puh.

Dann hieß es: Warten. Meine neue Brille sollte eigentlich nach einer Woche fertig sein. Daraus wurden schließlich zweieinhalb. Technische Schwierigkeiten hätten dazu geführt, dass die Aufträge mit ein paar Tagen Verzögerung verschickt worden seien. Und dann war ja auch noch Ostern. Geschenkt. Endlich hatte ich meine neue Brille auf der Nase. Bisschen ungewohnt ist das noch. Schließlich ist das meine erste Gleitsichtbrille. Und nach nur drei Terminen beim Augenarzt und fünf Besuchen beim Optiker habe ich sie bekommen.

Bild: kaboompics/Pexels

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