Ich hatte ja keine Ahnung: Weihnachtsmarkt mit Kind

Weihnachtsmarkt war früher irgendwie anders. Zehn Leute, Treffen an der Pyramide, samstags 18 Uhr. Der Glühwein machte die Runde. Dazu ein paar Bratwürste, Pommes, Schmalzkuchen und Crêpes. Später weiter in die Stammkneipe. Sonntag verkatert auf dem Sofa.

Karussell statt Glühwein

Die erste Änderung heute: Es ist Sonntag. 13.30 Uhr. Wir fahren mit dem Auto in die Innenstadt. Und unser erster Stopp auf dem Weihnachtsmarkt ist nicht die Glühweinbude, sondern die Kindereisenbahn. Vier Fahrten für zehn Euro. Los geht’s.

Das Kind hat Spaß im bunten Eisenbahnwaggon mit der Bimmel. Als Eltern muss man nicht viel tun. Gucken, winken und beim Wechsel vom Waggon aufs Rentier behilflich sein. Zwischendurch verschafft einem der Blick auf die monoton rundendrehenden Wagen eine ganz besondere innere Einkehr.

Das erste Spaßbedürfnis ist befriedigt. Jetzt Spaziergang über den Weihnachtsmarkt. Hier und da bekannte Gesichter. Der Nachmittag gehört den Familien.

Nächster Halt: Kinderkarussell. Erinnerungen ans Schützenfest im Sommer, als die Leidenschaft des Nachwuchses für Fahrgeschäfte so richtig durchbrach. Sportwagen mit Hupe, Motorrad, Ninja-Turtle.

Danach erste Snackpause. Schokobanane und Schokoerdbeeren. Wieder zehn Euro. Aber Schokobanane gehört zu meinen festen Weihnachtstraditionen, da geht nichts dran vorbei. Und lecker ist es. Mit dem Kind wird fröhlich zwischen Banane und Erdbeere getauscht.

Überall zu wenig Kaffee

Nächstes Bedürfnis, auch anders als früher: Kaffee. Das Kaffeeangebot auf dem Weihnachtsmarkt ist viel zu klein. Auch auf Schützenfesten und ähnlichen Events mit marktähnlichem Charakter ist mir das schon aufgefallen. Für Eltern muss es einfach mehr Kaffee- und Kuchenbuden geben. Meine Meinung. Da der Weihnachtsmarkt mitten in der Stadt liegt, weichen wir für den Kaffee in ein Café aus. Gute Wahl, gerne wieder.

Jetzt weiter zum Riesenrad. Das Kind will mit und findet es toll. Ich bin ein bisschen stolz. Als Belohnung gibt es hinterher ein buntes Lebkucheneinhorn zum Umhängen. Wir müssen unsere ganze Überzeugungskraft aufbringen, damit das Sieben-Euro-Kunstwerk nicht sofort ausgepackt und verschlungen wird.

Die Aussicht auf einen Crêpe besänftigt die Gemüter. Banane, Schokolade, Puderzucker. Und statt eines Papptellers gibt es eine umweltschonende weil essbare Knusperwaffel als Unterlage. Ich bin begeistert.

Kleine Clique stürmt zum Weihnachtsmann

Neu ist jetzt auch, dass die Umsetzung von Entscheidungen länger dauert. Nach dem süßen Snack wollen wir wieder nach Hause und machen uns auf den Weg zum Auto. Doch kurz vor dem Ziel laufen uns Kindergartenfreunde und deren Eltern über den Weg. Und so verzögert sich der Heimweg, bis die kleine Horde Hand in Hand durch die Menschenmenge zum Weihnachtsmann gestapft ist und sich eine weitere Süßigkeit abgeholt hat. Schnell noch ein Foto und dann ab nach Hause.

Wo früher um 18 Uhr die Action gerade erst begann, sind wir nun um 18 Uhr schon längst wieder zu Hause und freuen uns frisch geduscht auf Familienzeit und Abendessen. Die Glühwein- und Kneipenabende wird es vielleicht auch irgendwann mal wieder geben. Aber bis dahin ist es voll in Ordnung, den Nachwuchs beim Entdecken der Welt zu begleiten und den Weihnachtsmarkt auch selbst mal wieder mit Kinderaugen zu sehen.

Ein Gedanke zu „Ich hatte ja keine Ahnung: Weihnachtsmarkt mit Kind

  1. […] Im vergangenen Jahr sind viele schöne Dinge passiert, die ich nicht auf meinem Blog thematisiert habe. Ich habe eine Gartenhütte gebaut, war im Urlaub auf Menorca, habe als Krebsbotschafter mein Social-Media-Wissen weitergegeben und bin einen Halbmarathon in München gelaufen. Eigentlich wollte ich noch mehr laufen, doch nach einer langwierigen Mittelohrentzündung im Frühjahr, einer erneuten Coronainfektion sowie schwierigen Trainingsverhältnissen im Sommer hatten sich meine Pläne erstmal in Luft aufgelöst. Dafür hat unsere Wanderausstellung „HPV hat viele Gesichter“ zum ersten Mal Station in meiner Heimat Celle gemacht und mich zu einem Beitrag über Krebskommunikation mit Kindern veranlasst. Ansonsten gab es viele bunte Themen wie Vaterschaft und Alkohol, die Olympischen Spiele in Paris und ganz neue Blickwinkel beim Weihnachtsmarktbesuch mit Kind. […]

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