Venenrost

Mein Hautarzt hat mir gesagt, dass ich offenbar „Venenrost“ hätte. Wusstet ihr, was das ist? Genau, ich nämlich auch nicht.

Ich war letztens zum Hautscreening bei meinem Dermatologen. Alle zwei Jahre soll man das als Hautkrebsvorsorge machen. Ab einem Alter von 35 übernimmt das die Krankenkasse. Diesmal war ich etwas in Verzug. Einen Termin hatte ich bereits im vergangenen Sommer angefragt und einen für Anfang dieses Jahres bekommen. Seit meinem letzten Hautscreening sind nun also zweidreiviertel Jahre vergangen, das lässt sich verschmerzen denke ich.

Hautscreening von Kopf bis Fuß

Die Untersuchung verlief wie gewohnt. Nach einer Wartezeit von rund 45 Minuten begrüßte mich mein Arzt mit den Worten „Vielen Dank für ihre Geduld.“ Wie beim letzten Mal wurde ich anschließend von Kopf bis Fuß untersucht. Und das wortwörtlich. Angefangen beim Durchwurschteln der Haare, um die Kopfhaut untersuchen zu können, bis zu den Zehen wurde keine relevante Stelle auslassen. Der Befund war sehr zufriedenstellend: „Die Vorsorge sieht gut aus“, sagte der Arzt. Soll heißen: Nichts auffälliges gefunden.

Eine Sache musste ich dann aber noch ansprechen. Seit einiger Zeit waren mir kleine dunkle Flecken an den Unterschenkeln im Bereich der Knöchel und Sprunggelenke aufgefallen. Am rechten Bein waren sie ausgeprägter und eher braun, links waren sie etwas schwächer, dafür teilweise rot gefärbt. Was konnte das sein?

Woher kommen die Flecken am Bein?

Der Arzt fragte, was ich beruflich machte und ob ich viel sitzen würde. Ich bestätigte das. „Das kommt von den Venen“, erklärte er mir. Ablagerungen aus dem Blut würden sich dort festsetzen und für die Verfärbung sorgen. Umgangssprachlich sei das auch als „Venenrost“ bekannt. Handlungsbedarf bestünde wohl eher nicht, aber ich hörte zwischen den Zeilen, dass ich über eine Untersuchung der Venen durchaus mal nachdenken könnte.

Ich fragte, ob das auch eine Folge meiner Krebsoperationen sein könnte. Schließlich habe ich seit der Entnahme der Lymphknoten in der Leistengegend mit einem gestörten Lymphfluss und geschwollenen Beinen und Füßen zu tun. Ganz auszuschließen sei das nicht, so der Arzt, doch er tippe als Ursache eher auf zu viel Sitzen.

Grund zur Besorgnis habe ich also nicht. Aber beim Wort „Venenrost“ wird natürlich mein Kuriositätsalarm ausgelöst. Der Fachbegriff dafür lautet übrigens „chronisch-venöse Insuffizienz“ oder auch „dermatofasziell-pigmentäre Stase“. Hat wohl auch irgendwas mit Krampfadern zu tun. Die habe ich bei mir noch nicht entdeckt, doch ich werde das natürlich im Auge behalten.

Foto: ROCKETMANN TEAM/Pexels

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