Draußen höre ich das Brummen des Müllwagens. Wie ein kleiner Junge hetze ich zum Fenster und beobachte die städtischen Mitarbeiter in ihren orangenen Anzügen. Einer schnappt sich unsere braune Biomülltonne, schiebt sie in die Halterung am Fahrzeug und drückt einen Hebel. Die Tonne fährt hoch und wird über Kopf ins Fahrzeuginnere entleert. Noch zwei-, dreimal ruckeln und gegen das Gestänge bollern, dann wird der Behälter wieder heruntergelassen und zurück an den Straßenrand gestellt. Ist die Tonne leer?, frage ich mich. Ist mein Plan aufgegangen?
So aufregend war die Müllabfuhr seit Jahren nicht
Der Dauerfrost ist das, was mir in den vergangenen Tagen Sorgen bereitet hat. Die Biotonne steht draußen und wird regelmäßig mit kompostierbaren Abfällen gefüttert. Nun war sie voll, ausgerechnet im Januar bei viel Schnee und anhaltenden Temperaturen unter null Grad auch tagsüber. Meine Sorge war, dass der organische Müll in der Tonne festfriert und sich dann trotz Gerüttel und Gebollere nicht löst. Das hatte ich vor ein paar Jahren schon einmal erlebt. Damals war die Tonne zur Hälfte mit altem Laub gefüllt gewesen. Diese Masse hatte sich über Wochen hinweg verdichtet und war dann bei Frost zu einem einzigen Klumpen zusammengefroren, der sich trotz wildester Bemühungen der Müllwerker nicht lösen ließ. Halbvoll wurde die Tonne zurückgestellt. Berechnet wurden trotzdem die vollen Gebühren. Das war ok. Schließlich lag der Fehler bei mir.
Seitdem platziere ich, wenn der Herbst naht, nach jeder Leerung eine Schicht trockener Äste als unterste Lage in die Biotonne. Auf diese Weise entsteht ein Zwischenraum. Ein Luftpolster, das verhindert, dass der Müll am Boden zusammengepresst wird und im Ernstfall festfriert. Zusätzlich hatte ich die Tonne diesmal bereits wenige Tage vor dem Abfuhrtermin in unseren Gartenschuppen gestellt. Der Raum ist zwar nicht beheizt, doch bei den leichten Plusgraden in dem Gebäude erhoffte ich mir weitere positive Effekte gegen das Einfrieren meines Biomülls. Außerdem war ich mit dem Spaten einmal durch die Tonne gegangen und hatte den Müll von den Seitenwänden gelöst.
Meine Tipps gegen das Festfrieren des Biomülls
So friert euer Biomüll im Winter nicht in der Tonne fest:
- Auf dem Boden der Biotonne eine luftige Schicht aus trockenen Ästen platzieren (Luftpolster verhindert Festfrieren).
- Die Biotonne wenige Tage vor dem Abfuhrtermin an einen wärmeren Ort stellen (Garage, Gartenschuppen, Kellereingang etc.)
- Inhalt der Biotonne ggf. mit dem Spaten auflockern und vom Rand der Tonne lösen.
Diese präzise Vorbereitung und alles Hoffen und Bangen haben geholfen. Als ich die Biotonne jetzt wieder zurück an ihren Platz schob, war sie komplett leer. Mit einer neuen Schicht aus Ästen habe ich sie direkt wieder vorbereitet. Der nächste Frost kann kommen. Mit welchen Sorgen man sich als Hausbesitzer alles beschäftigen muss, hätte ich vorher aber auch nicht gedacht.
Bild: TheGraphicMan/Pixabay
Dankeschön für die guten Tipps!
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Gern geschehen! 😊
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